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Leibnitz

Leibnitz

Roman | Andreas Kiendl

Hardcover
2019 Gmeiner-verlag
Auflage: 1. Auflage
314 Seiten; 207 mm x 127 mm
ISBN: 978-3-8392-2494-6

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Langtext
Claudia und Christian Grebien leben mit ihren beiden Kindern im steirischen Leibnitz. Schon seit einiger Zeit hat das Paar Probleme, aber beide bemühen sich. Das Singen in einem Laienchor ist ihre gemeinsame Leidenschaft. Als Claudia erfährt, dass ihre Mutter und ihr Stiefvater nach Kanada auswandern, treibt sie das noch stärker in die Abhängigkeit von Christian und dessen Eltern, mit denen sie eine Hausgemeinschaft bilden. Die Familie ist alles für Claudia, doch ein Autounfall verändert das Leben der Grebiens von Grund auf und stellt alle vor neue Herausforderungen.

Andreas Kiendl, geboren am 31.12.1975 in Graz, aufgewachsen in Deutschlandsberg (Steiermark). Nach abgebrochenem Studium der Technischen Chemie Studium der Darstellenden Kunst an der KUG Graz (Diplom 2001), parallel Ensemblemitglied im "Theater im Bahnhof", danach drei Jahre Ensemblemitglied am Landestheater Linz. 2003 erste Hauptrolle in einem Kinofilm ("Antares"), seitdem kontinuierlich als Schauspieler für Film und Fernsehen tätig. Unterschiedlichste Rollen in diversen Genres ("In 3 Tagen bist du tot", "Die Vaterlosen", "Das Pferd auf dem Balkon"...), dem breiten Publikum bekannt geworden durch "SOKO Kitzbühel" (2005-2008 als Kommissar in rund 50 Folgen). Seit 2015 Arbeit als Dramaturg, Drehbuchautor (Kino) und Schriftsteller. Lebt derzeit in Wien und Deutschlandsberg, Lebensgefährtin, zwei Kinder.

Ein LIchtblick in Österreichs Romanlandschaft 10. September 2019
Andreas Kiendl, in Österreich eher als Schauspieler, denn als Autor bekannt, hat mit ?Leibnitz? einen Roman geschrieben, der sich so oder so ähnlich überall abspielen könnte:
Das Ehepaar Claudia und Christian Grebien leben gemeinsam mit ihren beiden Kindern im Haus von Christians Eltern. Alt und jung unter einem Dach, ist nicht immer ein Vergnügen. Doch auch das Ehepaar hat außer dem gemeinsamen Singen im Kirchenchor und die Kinder wenig Berührungspunkte. Man lebt eher neben- als miteinander. Christian pendelt wie viele Männer dieser Gegend zum Arbeiten aus. Und genauso ertränkt er die Unzufriedenheit mit sich und der Welt im Alkohol.
Als er betrunken einen schweren Autounfall verursacht, der ihn als Invaliden zurücklässt, gerät seine ohnehin instabile Welt weiter in Schieflage.
Meine Meinung:
Andreas Kiendl fängt in seinem Roman die Stimmung einer Kleinstadt ein, deren Bewohner durchaus zurückhaltend und manchmal depressiv ist. Dazu passt das eher trostlose Cover perfekt.
Der übermäßige Alkoholgenuss, um seine Sorgen zu ertränken, zieht seine Spur durch den Roman, genauso wie die Sprachlosigkeit, die zwischen den Eheleuten herrscht. Manchmal habe ich mich gewundert, warum Claudia ihren Ehemann nicht rechtzeitig verlassen hat, denn ein harmonisches Zusammenleben sieht anders aus. Dass sie nach dem Autounfall bei ihm bleiben ?muss?, um dem Gerede der Leute entgegenzutreten, ist eine schwierige Entscheidung. Wo sollte sie auch hin? Ohne wirkliche Ausbildung? Ohne Rückhalt? Ihre Mutter lebt ihren eigenen Traum in Amerika und die Schwiegereltern, nun ja.
Der Autor beschreibt diese stellenweise recht triste Situation mit einfühlsamen Worten. Der Spagat zwischen ?Schein? und ?Sein? wird von fast allen Mitwirkenden virtuos beherrscht. Sei es der Chorleiter, der seine Frau doch nicht wegen Claudia verlässt, oder die Freundin, die Claudia einen Job verschafft.
Viele der Charaktere sind wie aus dem Leben gegriffen. Der Spiegel, den uns der Autor vor die Nase hält, lässt manchen Leser vielleicht erschrecken. Jede Figur des Romans hat sympathische und (häufiger noch) unsympathische Züge. Dadurch wirkt der Roman lebensecht.

Fazit:

Der Roman besticht durch korrekte Grammatik und wohl gesetzte Worte. Ein Lichtblick in Österreichs Romanlandschaft, auch wenn der manchmal ein pessimistischer Unterton mitschwingt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.