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Das rote Adressbuch

Das rote Adressbuch

Hast du genug geliebt in deinem Leben? - Roman | Sofia Lundberg

Hardcover
2018 Goldmann
352 Seiten; 220 mm x 146 mm
ISBN: 978-3-442-31499-7

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Besprechung
"Ein gefühlvoller Blick zurück, der mich stellenweise sehr nachdenklich gemacht hat." Edith Einhart, Freundin

Langtext
Sie blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Aber der bewegendste Moment steht ihr noch bevor.

Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England - zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.



Lundberg, Sofia
Sofia Lundberg wurde 1974 geboren und arbeitet als Journalistin in Stockholm. Mit ihrem Debütroman »Das rote Adressbuch« eroberte sie die internationale Literatur- und Bloggerszene im Sturm.


Ein langes Leben im Rückblick 21. Januar 2019
Mit 96 Jahren blickt Doris auf ein bewegendes Leben zurück. In Schweden geboren, durch die Welt gereist und nun gegen Ende ihres Lebens wieder nach Hause zurückgekehrt.

Immer mit dabei ihr in Leder gebundenes Adressbuch, welches sie von ihrem Vater bekommen hat. Viele Namen hat Doris dort verewigt und viele davon bereits durchgestrichen und mit TOT versehen.

Ihre Erinnerungen schreibt sie anhand der Namen aus dem Adressbuch für ihre Großnichte Jenny auf. Dabei enthüllt sie kleine und große Geheimnisse. Sie erzählt, wie sie aus Schweden fortging, um in Paris zu landen. Anschließend in die USA vor dem Krieg zu fliehen, um über verschiedene Stationen wieder in Schweden zu landen.

Eine nicht ganz alltägliche Lebensgeschichte erzählt von einer alten Frau, um für Jenny in Gedanken lebendig zu bleiben.



Wie hat es mir gefallen?



Um dieses Buch schleiche ich schon etwas länger herum. Diverse Empfehlungen und gute Rezensionen haben mich aufmerksam gemacht und dank einiger Gutscheine für meine Lieblingsbuchhandlung zog die Geschichte nun bei mir ein.

Der Titel gibt schon einen Hinweis, welche Richtung die Geschichte gehen wird. In Rückblicken erhält der Leser Einblicke in Doris Leben. Sie wird in eine Handwerksfamilie geboren, verlebt glückliche Tage in ihrer Kindheit, bis ihr Vater stirbt. Ab da beginnt ein spannendes und ungewöhnliches Leben.

Anhand ihres kleinen Büchleins erzählt sie die wichtigsten Kapitel ihres Lebens, welche Menschen ihren Weg kreuzten und in welche Teile der Welt es sie verschlug. Ihre Erinnerungen schreibt sie für ihre Großnichte Jenny auf, die fern von Schweden in den USA wohnt.

Doris und Jenny verbindet nicht nur die Familie sondern ein ganz besonderes Band. Selbst in ihrem hohen Alter, kennt sich Doris mit ihrem Laptop aus und daher skypen sie regelmäßig miteinander. Dieser Kontrast zwischen moderner Technik und alten Erinnerungen ergibt eine wunderbare Mischung.

Ich muss zugeben, dass meine Erwartungen an das Buch andere waren. Denn in der Inhaltsangabe wird auf die unzähligen Menschen, die man im Laufe eines Lebens trifft, hingewiesen. Mein Adressbuch quillt über vor Namen, aber die Geschichte konzentriert sich auf einige wenige. Dieses Augenmerk enthüllt eine emotionale Handlung, die ich als realistisch empfand und vor allem das Ende rührte mich zu Tränen.

Es freut mich sehr, dass ich eine weitere Autorin aus Schweden entdecken durfte, die sich nicht dem Krimi-Genre verschrieben hat.

www.mariessalondulivre.at
Die Gabe des Wortes 27. August 2018
Doris lebt allein in ihrer Wohnung, der Alltag nur unterbrochen von den Pflegekräften. Sie ist einsam, kann aber gut mit dem Computer umgehen. Damit ihre Lebensgeschichte nicht verloren geht, schreibt sie für ihre Großnichte ihre Erlebnisse auf. Bei ihren Erinnerungen hilft ihr ein rotes Adressbuch. Doch alle Namen sind schon durchgestrichen?
Am Anfang hatte ich ein wenig Probleme, mich in das Buch zu finden. Doris erzählt etwas abgehackt und unzusammenhängend, wobei das gut zu ihrem Alter passt. Doch schnell habe ich mich eingelesen und gerne mehr über Doris? bewegtes Leben erfahren. Immer wieder kommt ihre Einsamkeit durch, was mich als Leser sehr betroffen gemacht hat. Was bleibt am Lebensende wenn du keine Familie hast und alle Freunde sterben? Genau diesen Satz habe ich auch oft von meiner 94 jährigen Oma gehört. An die fühlte ich mich auch durch Doris wieder erinnert. Die vielen Geschichten, erzählt und unerzählt, die ein Leben ausmachen, sollten eigentlich nicht mit dem einzelnen Menschen sterben.
Anfangs erzählt noch Doris, ganz heimlich still und leise wechselt dann aber der Erzähler und dem Leser wird klar: man liest von Doris? letzten Tagen. Schön fand ich immer die Skype-Sessions mit Jenny und ganz am Ende wartet noch eine Überraschung auf Doris ? und den Leser.
Fazit: Was macht ein Leben aus? Erzählt eure Geschichte, seid mutig!
Ein bewegtes Leben 20. August 2018
von Mianna
Die schwedische Autorin Sofia Lundberg hat in ihrem ersten Roman ein bewegtes Leben beschrieben. Doris Alm wächst in den Zwanzigerjahren in Stockholm auf. Ihr Weg führt sie gezwungenermaßen nach Frankreich und mit großer Hoffnung nach Amerika. Im Alter ist sie zurück in Schweden und blickt auf ihr Leben zurück. Ein Rückblick auf Armut, Krieg, Haltlosigkeit.

Die Autorin beschäftigt sich mit einer ganzen Bandbreite an menschlichen Themen. Die Hauptfigur ist gefordert persönliche Stärke zu entwickeln, um zu Überleben und mit ihrer Haltlosigkeit umzugehen. Ein hartes Leben, ein hartes Los. Bemerkenswert dabei ist, das es Lundberg gelingt das Leben der Doris mit der geschichtlichen Atmosphäre mehrerer Jahrzehnte zu verknüpfen. Wahnsinnig interessant und ebenso berührend.

Doris ist eine sehr sympathische Hauptfigur, sie ist nicht zu beneiden. Gerade ihr Überlebenswillen, ihr Durchhaltevermögen, ihre Tapferkeit machen sie zu einer bemerkenswerten Person. Auch die anderen Persönlichkeiten, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet sind interessant und reizvoll. Lundberg gibt den Charakteren Raum, lässt ihnen tief in ihre Seelen blicken.

Das Buch ist in viele Kapitel unterteilt, die mit den einzelnen Namen derjenigen Personen überschrieben sind, denen sie in ihrem Leben begegnet. Die Geschichte ist spannend und nimmt mit dem Wechsel von Kapitel zu Kapitel an Tempo auf. Die Ich-Perspektive sorgt dafür, dass die Geschichte nah geht und real wird. Die Idee eine Geschichte um das Adressbuch herum zu erschaffen ist interessant und das Durchstreichen der Namen, nach deren Tod macht das Ganze eindrücklich.

Lundberg schafft Atmosphäre und erzählt mit einer großen Wärme. Das Geschehen ist ergreifend, bedrückend und schockierend. Die Geschichte geht ins Dramatische und entfaltet sich in der ganzen Tragik. Gleichzeitig ist darin eben soviel Hoffnung enthalten.

Ein Rückblick auf ein bewegtes Leben über mehrere Jahrzehnte. Spannend geschrieben, sehr berührend und warmherzig.