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Das Haus der Frauen

Das Haus der Frauen

Roman | Laetitia Colombani

Hardcover
2020 S. Fischer
Auflage: 3. Aufl.
256 Seiten; 210 mm x 134 mm
ISBN: 978-3-10-390003-3

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Besprechung
Ein ergreifender Roman über mutige Frauen und ein Plädoyer für mehr Solidarität. Bernd Kliemann Buch-Magazin 20200311

Langtext
Bleiben Sie gesund! Und LESEN Sie zu Hause:
Laetitia Colombanis neuer Roman über zwei heldenhafte Frauen - für alle Leserinnen von "Der Zopf"

In Paris steht ein Haus, das allen Frauen dieser Welt Zuflucht bietet. Auch der erfolgreichen Anwältin Solène, die nach einem Zusammenbruch ihr Leben in Frage stellt. Im "Haus der Frauen" schreibt sie nun im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe - an die Ausländerbehörde, den zurückgelassenen Sohn in Guinea, den Geliebten - und erfährt das Glück des Zusammenhalts und die Magie dieses Hauses. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder einen Sinn. Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz diesen Schutzort schuf? Solène beschließt, die Geschichte der Begründerin Blanche Peyron aufzuschreiben.

Ein ergreifender Roman über mutige Frauen und ein Plädoyer für mehr Solidarität.

Colombani, Laetitia
Laetitia Colombani wurde 1976 in Bordeaux geboren, sie ist Filmschauspielerin und Regisseurin. Ihr erster Roman »Der Zopf« stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wird verfilmt. Für ihren zweiten Roman »Das Haus der Frauen« recherchierte Colombani im »Palais de la Femme« in Paris, einem Wohnheim für Frauen in Not. Sie sprach mit Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen und wurde eine von ihnen. »Das Haus der Frauen« ist der erste Roman über Blanche Peyron, die 1926 unter widrigsten Umständen eines der ersten Frauenhäuser begründete. Laetitia Colombani lebt in Paris.

Marquardt, Claudia
Claudia Marquardt studierte Romanistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Berlin und Lyon. Sie arbeitet als Lektorin und Übersetzerin in Berlin.


Aufrüttelnd, aber nicht so anspruchsvoll wie gedacht 24. März 2020
Paris heute: Durch ein tragisches Ereignis wird die Anwältin Soléne aus der Bahn geworfen. Um wieder einen Sinn im Leben zu finden, erklärt sie sich widerwillig bereit, Schreiberin in einem Frauenhaus zu werden. Zwischen zahlreichen Selbstzweifeln lernt Soléne die dort lebenden Frauen und ihre teilweise schrecklichen Geschichten immer besser kennen und merkt, dass ihre Tätigkeit viel mehr ist, als Briefe schreiben für Frauen, die das selbst nicht können.

Paris, 1925: Ebenfalls nach einem Sinn für ihr Leben sucht die junge Blanche Peyron. Sie schließt sich der Heilsarmee an und setzt sich für die Obdachlosen und Armen ein, die gerade durch den ersten Weltkrieg und Wirtschaftsprobleme entstanden sind. Nicht wenige davon sind Frauen. Nach vielen und kraftraubenden Anstrengungen gelingt es ihr, einen Zufluchtsort für Frauen zu gründen,der auch fast 100 Jahre später noch bestehen soll.

"Das Haus der Frauen" ist nach "Der Zopf" das zweite Buch der Französin Laetitia Colombani und wurde in Frankreich groß gefeiert. Auch in Deutschland kletterte es schnell die Bestsellerliste hoch. Ich habe das erste Buch noch nicht gelesen, aber sehr viele positive Stimmen dazu wahrgenommen. Mit diesen Vorschusslorbeeren bin ich mit großen Erwartungen an das Buch herangegangen. Auch, weil mir die optische Gestaltung außerordentlich gut gefällt und das Thema so ein relevantes ist. Ich war dann doch ein wenig enttäuscht, weil ich ein tiefgründigeres, und vielleicht auch anspruchsvolleres, Buch erwartet hatte. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass das Buch auf diese Art mehr Leute erreicht. Gerade die verschiedenen Geschichten der Frauen sind berührend und aufrüttelnd. Sie machen deutlich, aus was für verschiedenen Gründen Frauen letztlich so einen Zufluchtsort aufsuchen, was sie hinter sich gelassen haben und wie weit außen am Rand der Gesellschaft die Frauen stehen, die es besonders schlimm erwischt hat. Tatsächlich habe ich mich nach dem Lesen dabei ertappt, mich zu fragen, was die eine oder andere Bettlerin in der U-Bahn oder vor dem Kaufhaus schon erlebt und durchgemacht hat. Dennoch habe ich auch hieran Kritik, denn viele der Schicksale stehen beispielhaft und dadurch mitunter etwas schablonen- und klischeehaft für verschiedene Arten von Schicksalen. Hier wurde meiner Meinung nach Potential verschenkt. Soléne wirkte hier eher wie das verbindende Element, konnte mich aber nicht für sich gewinnen. Auch die eigentliche Geschichte des Frauenhauses stand eher im Hintergrund und Blanche wirkte in diesem Buch eher wie schmückendes Beiwerk. Auch über sie hätte ich gern noch mehr erfahren.
Insgesamt hätte man aus dem Stoff mehr herausholen können. Der Stil war für mich nicht so poetisch, wie ich es gern gehabt hätte, las sich aber flüssig und die Handlung konnte mich für viele Figuren und vor allem ihre Schicksale einnehmen. Es ist also durchaus eine lohnende Lektüre, wenn auch mit Abstrichen.
Das Haus der Frauen 18. März 2020
von Petris
Solène hatte gedacht, das perfekte Leben zu führen. Mitten in Paris, als schicke, sehr erfolgreiche Anwältin, mit einem smarten Partner, der ebenfalls Anwalt war und sich auf die Karriere konzentrierte. Man war sich einig, keine Kinder zu wollen. Doch dann bekommt dieses Leben plötzlich Risse, der Mann verlässt sie, sie macht weiter wie bisher, bis eine Tragödie sie völlig aus der Bahn wirft. Burnout, Depressionen,?

An diesem Punkt lernen wir Solène kennen, die größte Krise ist überstanden, langsam für sie noch kaum wahrnehmbar, geht es aufwärts. Ihr Therapeut empfiehlt ihr, sich für den Anfang, solange sie nicht arbeiten kann, ein Ehrenamt zu suchen. Mit wenig Begeisterung greift sie diesen Vorschlag auf, schnell bereit, wieder aufzuhören. Sie findet einen Platz als Schreiberin in einem Frauenhaus der Heilsarmee, dem Palast der Frauen.

Dort begegnen ihr Schicksale, von denen sie zwar wusste, dass es sie gibt, aber die ihr noch nie begegnet waren bisher. Der Anfang ist zäh, sie will alles hinschmeißen, aber langsam, langsam geht es nicht nur aus der Krankheit, sondern auch hinein ins Herz der Frauen im Palast der Frauen.

Parallel dazu wird die Geschichte von Blanche Peyron, einer glühenden Offizierin der Heilsarmee, die sich mit all ihrer Kraft, mit allem was sie hat, für die Armen einsetzt. Erst beschimpft und verschmäht wird, dann in Frankreich immer mehr Anerkennung erhält und mit ihrer Unbeirrbarkeit und gemeinsam mit ihrem Mann Albin sehr viel für die Armen erreicht. Dabei ist ihr an der Rettung der Frauen und Kinder besonders gelegen.

Berührend, sehr einfühlsam, aber auch ohne den Alltag im Frauenhaus zu beschönigen, erzählt Colombani diese Geschichte. Die Frauen sind vor Gewalt geflohen, kämpfen mit ihrer Sucht, haben wenig Liebe erfahren und bemühen sich alle um ein besseres Leben. Solène muss mit ihrer Krankheit zurechtkommen, auch ihre Genesung wird sehr realistisch erzählt, sie ist am Anfang unsicher, noch unstabil.

Am Ende kamen mir, ob dieser vielen traurigen Frauenschicksale mehrmals die Tränen, gleichzeitig steckt dieser Roman so voller Hoffnung und Liebe. Er ruft uns auch auf, nicht die Augen vor Armut und Leid zu verschließen.

Schöner Roman, wunderbar geschrieben, sehr berührend, das perfekte Buch für diese Zeit!
Es lebe die Humanität! 08. März 2020
Ihr Debüt ?Der Zopf? hat mich stark beeindruckt und war eines dieser Bücher, für die ich jede Minute Freizeit hergab, hauptsache ich konnte weiterlesen! Laetitia Colombani kann bestechend gut erzählen. Das beweist sie in ihrem zweiten Roman genauso wie sie es mit dem ersten schon tat. Laetitia Colombani liegen Frauenschicksale am Herzen, das verbindet beide Bücher. Im ersten ging es um eine Verkettung von Schicksalen starker Frauen. Im ?Das Haus der Frauen? setzt sie ein Zeichen der Solidarität, die heutzutage immer mehr untergeht. Humanität, ein respektvoller Umgang miteinander, auch wenn man zu den Ärmsten gehört. Eine Botschaft die unsere Gegenwart bitter nötig hat. Erzählt wird zum einen die Geschichte einer Anwältin in der Gegenwart, die nach einem Burnout wieder Lebenskraft schöpfen will und eine Anstellung als Öffentliche Schreiberin im Haus der Frauen. Eine andere Art der Herausforderung. Kontrastiert wird dagegen das Leben einer willensstarken Frau aus gutem Hause, die ihr Leben den Armen widmete in den Anfängen der Heilsarmee. Und wo bzw. wie es zusammenführt, nehme ich nicht vorweg.
?Das Haus der Frauen? hat mich persönlich nicht so gefesselt wie das erste Buch. Es ist gut, aber nicht so bestechend gut wie der erste Roman und leicht kitschig, aber das auch nur ganz dezent.